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Kalbsleber mit Zwiebelsauce und Rösti

Seit einiger Zeit bin ich ja nicht mehr alleine mit meiner Liebe zu Innereien, da Kind 2 sich in Hühnerherzen und Leberknödel verliebt hat. Und wie es sich vor kurzem gezeigt hat, auch in Kalbsleber denn von meiner Portion im Gasthaus habe ich nicht wirklich was erwischt und musste mich mit der Rösti zufrieden geben.

Darum gab es jetzt, weil Kind  1 auswärts war und der Lange und ich einen  Einzelkindabend mit Kind 2 gemacht haben, zur Feier des Tages Gamen mit den Eltern, Kung-Fu Panda II und geröstete Kalbsleber mit Zwiebeln und selber gemachter Rösti. Der Lange bekam zum Trost ein Spiegelei und war dann auch sehr zufrieden.

Kalbsleber (2 Portionen, Vorbereiten 5 Minuten, Kochen 30 Minuten)

  • 2 Esslöffel Rapsöl oder noch besser Gänseschmalz (ich hatte noch 😀)
  • 2 grosse oder 3 normale Zwiebeln (200 g ), in dünne Ringe geschnitten
  • 2 Kalbsleberschnitten, knapp 1 cm dick (ca. 200 g)
  • 1/2 Teelöffel getrockneter Majoran
  • 100 ml Wasser oder Bouillon
  • Salz

Die Zwiebeln mit Geduld, 1.5 Esslöffel Gänseschmalz  und Liebe in ca. 20 Minuten braun braten. Dann aus der Pfanne nehmen. Die Leber in 1 cm breite Streifen schneiden und mit dem restlichen Schmalz bei höherer Hitze (7 von 9) in 1-2 Minuten auf beiden Seiten braun rösten, aber so dass sie innen noch rosa ist! Dann die Hitze stark reduzieren (2-3 von 9), die Zwiebeln und den Majoran zugeben und mit Wasser oder Bouillon aufgiessen und nur sehr kurz köcheln. Erst jetzt mit Salz würzen und ab zu der Rösti auf den Teller!!

Mit einem Nüsslisalat mit Kürbiskernöl und einem Glas Zweigelt ist das ein Festessen. Findet auch der Lange, solange er die Leber nur probieren muss und stattdessen ein Speigelei  auf seiner Rösti massakrieren kann, so dass sie von Eigelb durchtränkt wird  😉.

Ragout Fin mit Kalbszunge in Blätterteigpastetchen

Das ist ein Essen was auch schon ewig auf sein Gekocht-Sein gewartet hat. Die Kalbszungen – in übermässiger Begeisterung grad 2- habe ich schon im Januar bei den Schwestern Fiechter bestellt. Zu der Zeit war ich recht oft über meine Kochzeitkapazität hinaus begeistert, darum mussten sie in den Gefrierschrank. Die Zubereitung der Zunge war denkbar einfach: im Vakuumierbeutel wie geliefert aufgetaut und dann direkt Sous-Vide gegart. Es gibt nicht viele Online Rezepte zu Kalbszunge sous-vide. Aber die 2 die ich fand unterscheiden sich schon recht ordentlich: 80°C und 20 h  hatte ich gestern wo gesehen (aber heute nicht mehr gefunden?), bei Fusionchef  waren es dann 71°C und 16 h. als Kompromiss dann 75°C 16 h, und das Ergebniss war zart und nett. Allerdings war das die letzte Rindszunge auch, und die kam schlicht und einfach aus dem Dampfkochtopf.

Nach dem Kochen habe ich die Zungen in kaltem Wasser abgekühlt, gehäutet und in kleine Würfel geschnitten.

Sauce ( 15 Minuten)

  • 25 g Butter
  • 1 Zwiebel oder 2 Schalotten, feingehackt
  • 25 g Mehl
  • 100 ml Weisswein (Riesling)
  • Kalbsfond (heute aus Pulver): 400 ml
  • 1 Lorbeerblatt
  • 125 ml Vollrahm
  • 1 gehäufter Teelöffel Kapern
  • 5 Champignons, feinblättrig geschnitten
  • 1 Teelöffel Zitronensaft
  • wenig glatte Petersilie, feingehackt

Die Butter schmelzen und darin bei sanfter Hitze die Zwiebel glasig dünsten. Zumindest theoretisch, denn geistesabwesend habe ich grad das Mehl in die Butter getan ( in dem Fall dünstet man die Zwiebel separat und gibt sie dann dazu). Dann – ausser man hat den gleichen Geistesaussetzer – das Mehl unterrühren und gut vermischen. Mit 100 ml guten, trockenen Riesling aufgiessen und mit einem Saucenschwingbesen gut vermischen. Den Kalbsfond, Lorbeerblatt und den Vollrahm dazu geben und für 15 Minuten leicht köcheln lassen. Dann die Kapern, die gehackte Petersilie  und die Champignons unterrühren, mit Zitronensaft und falls notwendig wenig Salz abschmecken. Die Kalbszungenwürfel unterrühren und alles bei geringer Hitze parken bis der Rest des Essens fertig ist.

Die Blätterteigpastetchen waren vom Migros, und  wurden 10 Minuten fertiggebacken und haben sich gut bewährt.

Am Tisch dann die warmen Pastetchen mit dem Ragout füllen und essen. Und ich bin immer noch hin und weg, und eindeutig sehr überessen. Es passiert mir doch nicht so oft dass ein neues Gericht beim ersten Mal so schmeckt wie ich es mir vorgestellt habe. Kind 2 war voll begeistert, der Lange auch – wenn auch dezenter- und Kind 1 hat es auch ganz gern gegessen nachdem ich versichert habe es wäre keine Zunge sondern vom Hals.

Trotzt der Begeisterung: die schöne, sämige Konsistenz der Sauce hat sich mit der Zugabe  der Pilze und  der Zunge leider wieder recht verflüssigt. Und es war wirklich etwas zuviel. Also das nächste Mal nur 300  ml Fond, 1 Zunge und dafür noch eine knusprig gebratene Kalbsmilke dazu!