Warum, was und für wen

Ich schreibe den Blog, weil das soll das Familienkochbuch werden. Ein Nachschlagewerk weil das mit pdfs und docs nie so geklappt hat. Mit dem was es so normal halt gibt, auch die Quick Fixes ohne die man nicht überlebt. Jeden-Tag-Essen. Nicht nur die tollen Festessen und so tun als würde ich das mit Arbeit und Kindern aus dem Ärmel schütteln. Weil so schütteln tue ich das nicht, und manchmal ist es echt anstrengend noch eine halbe Stunden zu schälen und schnippeln damit es auch Gemüse gibt. Aber nicht aufgeben! Und ich hoffe auch das Schreiben motiviert mich mehr auszuprobieren.

Ich komme aus Österreich, aber bin schon seit 20 Jahren in der Schweiz. Man könnte denken ich habe sicher bei einer genial kochenden Mutter oder Grossmutter am Herd die österreichische Küche quasi mit der Muttermilch verpasst bekommen. Leider ein Irrtum, da war nicht  wirklich was Tolles in den Töpfen und Begeisterung fürs Kochen gab es auch nicht. Aber gut gegessen habe ich immer schon gerne, und der Mann meines Lebens meint ich würde mich an alles was ich jeh gegessen habe erinnern. Stimmt nicht, meine Erinnerung fängt erst so im 4. Lebensjahr an. Dafür kann ich nicht verstehen warum sich ein so intelligenter Mann nicht an alle 27 Apfelstrudel die ich für ihn (und mich) gebacken habe und deren Unterschiede erinnern kann.

So richtig österreichisch zu kochen hab ich erst aus Heimweh angefangen, aber wenn ich jetzt aus der Schweiz wieder wegwandern würde hätte ich auch ziemlich Heimweh nach vielen Schweizer Gerichten. St. Galler Brot vom Stocker. Käsefondue, jawohl. Saucissons. Und Pouletsalat von Sprüngli. Und Gianduia rustica, auch von Sprüngli. Und Wähen  sowieso – ich sag nur die beste Spinatwähe der Welt, DER Klassiker vom Langen. Aber ich koche auch was ich im  Urlaub gern mag , von kochenden Freunden gelernt und von Restaurants und Take-Aways re-engineert habe.

Und so selbstverständlich dass ich  es tatsächlich erst später dazu geschrieben habe: Italienisch/südtirolerisch. Weil als Kind am Samstag über den Brenner fahren, Käse, Oliven, Salami!! Gorgonzola und was auch immer über die Grenze (ja, das war vor EU) rüberschmugglen!! Mittagessen in Sterling und Bozen, sie kochen schon nett die Südtiroler. Das hat mich wohl für immer geprägt. Das und viele Kinder-Sommer in Rimini, in einem hässlichen Hotel mit guter Küche und freundlichen Kellnern die ganz nett alle Eis (Glaçe) auf die Zimmerrechnung geschrieben haben. Tja, das war dann doch immer wieder überraschend was da so in 2 Wochen zusammenkommt.

Fertigessen mag ich nicht so, weil das schmeckt alles so seltsam ähnlich und zuckrig. Und mit den Kindern noch weniger, die sollen Geschmack von echtem Essen abspeichern und nicht mit Zucker und Vanillearoma angefixed werden von Nestlé (jawohl, Feindbild! Wasserklauer!! Und Brabeck Österreicher, ohjemine). Seitdem leider der Lange an Migros-Frucht-und Kokosjoghurtentzug.  Ab und zu gibt es sie aber schon. Ein paar  Überlebenshelfer MÜSSEN sein, Fertigrösti, Böhnli von Migros, Erbsen aus der Büchse, Kuchenteig Dinkel vom Coop. Und Perversitäten wie Ravioli aus der Büchse, aber als verantwortliche Eltern natürlich NUR in der Bio-Version von Coop. Ich wollte ich könnte verstehen warum ich die mag. Vermutlich ein genetischer Defekt bei mir UND beim Langen, die Kinder lieben sie auch.

Vegetarier oder Veganer werde ich wohl nie. Aber viel Fleisch gibt es bei uns nicht, und ich hab ja fast alles vom Viech gerne, ausser Hirn. Aber Innereien sind leider sonst nicht so beliebt bei meiner Familie (Up-date Januar 2018: Kind 2 liebt Leber!! Und Herz. Ich bin hin und weg ). Aber Schnitzel (Plätzli) sind bei uns rar. Dafür sind Haxerln von jedem Warmblüter sehr beliebt. Und Bäggli, also alles mit Bindegewebe und Kollagen und Geschmack und viel, viel Sauce. Aber meistens wird es versehentlich vegetarisch, weil die guten Sachen macht man nicht so schnell mal unter der Woche.

Fotos sind bei mir immer Handy oder Tablet, weil für stilsicheres Ähnlichem fehlt mir die Zeit und 2 zusätzlich Hände. Und bei denen ist ein bisschen Fett auf der Linse auch nicht so schlimm, das sind dann die Fotos mit Weichzeichnereffekt.

 

 

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