Apfelstrudel

Da ist er jetzt endlich, der namensgebende Strudel. Der Lange liebt ihn, die Kinder auch, und es ist einer der wenigen Süssspeisen von denen ich gerne viel esse. Zu den Äpfeln muss man sagen: eigentlich sind Strudeläpfel noch etwas grüne, saure, leicht unreife Äpfel. Aber mit Boskop klappt es immer. CoxOrange schmecken toll, sind aber so klein dass die Schälerei nicht wirklich lustig ist. Mit riesigen Boskop kommt man mit 6-7 Äpfeln durch.

Und ich mache ihn so gern, weil es das erste Rezept ist das ich mir richtig erarbeitet habe. Beim ersten habe ich  nur 1 kg Äpfel darin untergebracht, 300  g Mehl für gebraucht und eine Axt, um die beinharte unterste Schicht zu durchtrennen. Und jetzt 200 g Mehl, hauchzart dünn und 2 kg Äpfel passen rein. Ich bin zufrieden :-).

Teig

  • 200 g Weissmehl
  • 120 g 40°-50°C heisses Wasser (aus dem Hahnen)
  • 1 EL (10 g) Sonnenblumenöl (oder sonst ein neutrales Öl)
  • 1 TL Weissweinessig

Die Teigzutaten rasch mit einer Teigkarre oder einer Gabel zu einem Klumpen zusammenfügen. Dann den Teig mindestens 10 Minuten Kneten,  er muss weich und seidig glatt sein. Am Anfang klebt er immer ein wenig, Hände leicht einmehlen vor dem Kneten hilft meistens genug. Sollte er immer noch kleben, mit WENIG Mehl kneten bis er nicht mehr haftet. Eine eher ovale Kugel formen. Den Teig mit Sonnenblumenöl einstreichen und in Frischhaltefolie einwickeln. 30 min im Warmen ruhen lassen, 1-2 Stunden ist besser. Oder am Vortag machen, im Kühlschrank lagern und 1 h vor Verwendung herausnehmen.

Fülle

  • 50 g Butter
  • 100 g Brösel (Paniermehl), vom Bäcker oder selber gemacht
  • 100 g Zucker
  • 1 gestrichener TL Zimt
  • 80 g Rosinen
  • 1.5-1.7 kg Boskop oder sonst säuerliche Äpfel
  • 1/2 Zitrone
  • 50 g Butter für den Strudelteig
  • Mehl für das Strudeltuch

Vorbereitung:

50 g Butter schmelzen. Die Bröseln darin rösten, beiseite stellen. Die Äpfel schälen und mit einer halben Zitrone einreiben. Den Zucker mit Zimt mischen, die Rosinen bereit stellen und die Butter zum Pinseln schmelzen.Das Strudeltuch ausbreiten, mit Mehl bestreuen und mit den Händen verstreichen.

Strudeln:

Dick Mehl auf Arbeitsfläche streuen. Den Teig aus Folie aufs Mehl kippen, mit Mehl bestreuen und auswallen. In die Mitte vom Strudeltuch legen, nicht erschrecken er dehnt sich schon beim Hochheben!

Vorsichtig  ausziehen, mit den Händen am Rand, in der Mitte mit bemehltem       Handrücken. Der Teig soll durchsichtig sein, und mindestens so breit wie das Blech lang. Dann die Bröseln verteilen,dabei ein gutes Drittel vom Teig frei lassen. Die Äpfel gleich mäßig darüberraffeln, sonst feinblättrig schneiden. Oberhalb, links und rechts der Füllung sollte noch so ca. 5 cm Teig sein. Zimtzucker und Rosinen verteilen. An den drei Füllungs-Seiten die dicken Teigkanten abschneiden. Aus dem Teig machen die Kinder dann etwas.Oder man kann 1-2 Fladenbrote daraus backen. Am freien Ende noch dranlassen. Den freien Teig mit Butter beträufeln, mit den Händen vorsichtig bisserl verteilen.

Den kleinen Teigrand über die Füllung ziehen. Dann Strudel mit Tuch einrollen. Wenn die Fülle halb eingerollt ist, die Teigränder nach innen schlagen. Soweit Rollen, dass eine zweite Teigschicht darüber liegt. Reste unten abschneiden und den Strudel mittels Tuch auf das gefettete Blech kippen. Strudel mit Butter einstreichen. Bei 170-180°C Ober/Unterhitze im unteren Drittel 35-40 min Backen.

Strudel vor dem Schneiden 15 -30min ruhen lassen bis er lauwarm ist. Mit Staubzucker bestreuen, so oder mit Vanilleeis oder Vanillesauce servieren. Das mit Eis und Sauce ist natürlich nicht wirklich traditionskonform. Aber was soll’s solange es schmeckt:-).

 




Joghurtschaum mit Himbeeren

Ich bin wieder mal am Dessert üben und den ISI Gourmetwhip gebrauchen. Ich und neue Küchengeräte brauchen immer ein Weilchen bis wir so richtig  warm werden miteinander. Aber den Bananenschaum haben die Kinder gern, und im Oktober gibt es Einladung. Gesucht und dann gefunden haben ich etwas unter eu.cookin. Leicht abgeändert mit dem was es halt zu Hause hat. Lesson learned: Ich habe bis jetzt einfach nicht lange genug gekühlt.


Joghurtschaum

  • 200 g Vollmilchjoghurt
  • 100 g Halbrahm
  • 1 Packerl Vanillezucker
  • 40 g Staubzucker
  • 2 Blatt Gelatine, 5 Minuten in kaltem Wasser eingeweicht
  • 100 g Milch

Joghurt, Rahm, Vanillezucker gut verrühren. Die eingeweichte Gelatine auf Stufe h Induktion schmelzen (geht schnell). 1 EL Milch dazu, gut mit Saucenschwingbesen durchmischen. Von der Platte ziehen, die restliche Milch gut unterrühren und mit der Joghurtmasse vermischen. Durch ein Haarsieb passieren und in den ISI whip füllen ( 0.5 l Version). 2 Patronen verwenden und gut schütteln. Mindestens 6 Stunden kaltstellen.

 

Himbeeren

  • 200 g Himbeeren
  • 25 g Staubzucker

Vermischen und bisschen zerdrücken und ziehen lassen.

Die Himbeeren ca. 1 cm hoch in 80 ml Einweckgläschen gefüllt, Joghurt mit gerader Tülle aufgespritzt und wenig gehackte Pistazien darüber. Das mit den Pistazien muss nicht sein, die waren halt da.

Das gibt locker 12 Portionen, und am besten kam das Nachfüllen am Tisch an. Ich bin gespannt auf das Feedback der freiwilligen Kontrollgruppe. Schön leicht zum Vorbereiten und schön leicht, zum Essen, das gibt es dann beim nächsten Besuch! Und auch nett für unter der Woche einfach so.

Ergänzung vom 3.10.2015: die Menge geht perfekt auf mit 12 Weckgläsern ä 125 ml. IMG_0767

9. Juni 2016: Die doppelte Menge im neuen ISI mit 1.0 l Fassungsvermögen und anfangs mir nur 3 Patronen geladen. Ergebnis nach 6 h Kühlen:




Griessbrei

Wie die Suppe heute für 1E+1K, Dessertportion. Gibt es auch für die Kinder als Hauptspeise, ich brauch einfach was Salziges davor. Meistens gibt es ihn mit Zwetschgenröster. Aber weil ich zwar schon viel entspannter aber immer noch müde mit dem zu dünnen Ribiselgelee als Garnitur. Auch fein, und der Rest vom Gelee ist inzwischen mit mehr Pektin noch gekocht doch noch fest. Und ich langsam wieder munter.

Zutaten

  • 400 g Milch
  • 50 g Weizengriess
  • 1/3 Tonkabohne geraspelt oder 1 Pack Vanillezucker
  • 2 EL Zucker
  • Gelbes von Schale einer halben Zitrone
  • Prise Salz!!!

Alles Verrühren und aufkochen. Dann unter Rühren köcheln bis der Griessbrei dick genug ist. Mit Zimtzucker bestreuen oder mit, Zwetschgen -oder Marillenröster oder Fruchtkompott servieren.

 




Kaiserschmarren mit Zwetschgenröster

Das ist ein  Rezept straight from the book, wobei das Buch in dem Fall die „Klassische österreichische Küche“ von Franz Maier-Bruck ist. Das ist kein modernes Buch mit stylischen Fotos, sondern ein altehrwürdiges, hiess früher mal das Sacherkochbuch, was es jetzt halt nicht mehr darf. Und es ist auch eher Wiener Küche. Aber es ist echt ALLES drin, die Rezepte funktionieren, alle Varianten Gulasch vorhanden, alle Mehlspeisen, Suppeneinlagen, viel Küchengeschichte. Auch einiges aus der K&K Zeit wie „Galantine vom Huhn“, was ich gerne lese aber nie kochen werde. Und Milzschnitten, die genialste aller Suppeneinlagen was ich sicher noch mal koche. Aber jetzt zum Kaiserschmarren.

Zwetschgenröster

  • 1 kg Zwetschgen, geviertelt
  • 100 g brauner Zucker
  • 1 (Cassia) Zimtstange
  • 50 mg Wasser (oder ml, aber ich wiege lieber ist genauer)

Alles in Pfanne, aufkochen, köcheln bis sich die Haut anfängt ringeln. Ist so ein Mittelding zwischen Kompott und Konfi. Fertig. Ich hätte geschworen ich hätte ein Foto gemacht, aber naja.

Kaiserschmarren

3 Portionen, leichtes Abendessen mit Suppe davor für 2 Erwachsene und 2 Kinder unter 10. Als Dessert für 4 Erwachsene. Weil  das ist so eine Sache mit den österreichischen Mehlspeisen: als Dessert ist die normale Menge oft schon fast tödlich.

  • 6 Eidotter
  • 30 g Staubzucker
  • 280 g Milch 
  • 150 g Weissmehl gesiebt
  • Prise Salz

Zu einem dünnflüssigen Teig rühren. Wenn alles bereit ist

  • 6 Eiklar
  • Prise Salz
  • 20 g Staubzucker
  • Butter zum Backen
  • Staubzucker zum Bestreuen
  • Backrohr auf 120°C vorgeheizt.

Eiklar mit Salz kurz anschlagen. Dann zZucker zugeben und zu einem nicht zu festen Eischnee schlagen (Kenwood: Stufe 1 mit Salz 2 Minuten, Zucker dazu Stufe 3 ca. 4 Minuten). 1/3 mit Schneebesen unter den Teig rühren, die anderen 2/3 Drittel in 2 Portionen mit Kelle unterheben.

In einer 24 cm grossen, beschichteten Pfanne 1 nussgrosses Stück Butter schmelzen und mit Pinsel verteilen. Hitze bei Induktion: 5-6. 1 bis 2 Schöpfer Teig hinein, ca. 1 cm dick. Ich wollte mal ganz effizient sein und habe mit der grösseren Pfanne und dickerem Teig gearbeitet. War nicht lustig, weil ging nicht mehr zum Wenden. Ein paar Rosinen daraufstreuen, Wenn es ganz leicht raucht, vorsichtig mit einer flachen Kelle wenden. Wer es beim ersten Mal ohne Bruch schafft, hat meine Hochachtung. Dann ein Stückerl Butter am Rand schmelzen lassen und nach ca. 1 Minute mit 2 Holzkellen zerreissen. Im heissen Backrohr warmstellen. Das sind so 4-5 Durchgänge.

Dann mit Staubzucker bestreuen, und soviel Zwetschgenröster dazu wie man mag, Ist nett, wenn der noch lauwarm ist.